Anschlag auf den Weihnachtsmarkt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Was viele Menschen befürchtet haben, ist seit dem 19.12.2016 traurige Gewissheit: Auch Berlin ist im Visier von Terroristen. Bei einem hinterlistigen Anschlag sind zwölf unserer Mitmenschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden schwer verletzt. Eine solche Tat macht fassungslos. In Gedanken bin ich, wie Sie sicherlich auch, bei den Todesopfern und Verletzten sowie deren Angehörigen.

In diesen schweren Tagen haben viele Menschen Großes geleistet. Ich denke dabei unter anderem an die Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr, Rettungssanitäter, Ärzte und zivile Helferinnen und Helfer. All ihnen gilt mein aufrichtiger Dank. Hoffen wir gemeinsam, dass sie die erlebten Bilder in Zukunft verarbeiten können.

Die Umstände der Tat sind noch nicht vollständig aufgeklärt, die Ermittlungen sind im vollen Gange. Der mutmaßliche Täter ist nicht mehr am Leben. Die Sicherheitsmaßnahmen innerhalb Berlins wurden massiv erhöht. Die Sicherheitskräfte tun alles, um die Einwohner unserer Stadt zu schützen.

Die Schandtat vom Montagabend war ein gezielter Angriff auf unsere Art zu leben – nämlich frei, weltoffen, tolerant und solidarisch. Wir müssen und werden der Versuchung widerstehen, Hass mit Hass und Gewalt mit Gegengewalt zu bekämpfen. Denn dadurch würden wir unsere Werte aufgeben. Aber wir werden auch nicht einfach zusehen, wie neue Taten vorbereitet werden und sich neuer Hass gegen die Menschen in unserer Stadt und in unserem Land richtet. Wir werden unsere Sicherheitskräfte stärken und die Täter, Ihre Unterstützer und ihre Strukturen bekämpfen.

In Berlin zeigt sich seit langer Zeit, dass Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sowie unterschiedlichen Glaubens friedlich zusammenleben können. Dies hat auch der Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 20. Dezember gezeigt, bei dem Christen, Juden und Muslime Seite an Seite um die Opfer getrauert haben.

Die Tat vom 19.12.2016 stellt ein dunkles Kapitel in der neueren Geschichte Berlins dar. Doch werfen wir einen Blick in Richtung unserer europäischen Freunde: Städte wie Paris, Brüssel, London und Madrid haben gezeigt, dass Terror nicht dazu führen muss, die eigene Identität aufzugeben. Berlin wird dies ebenfalls schaffen. Wir stehen zusammen!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Florian Dörstelmann