Wahlkreis 7 – Wilmersdorf Süd und Schmargendorf

Mein Wahlkreis

Gute Politik beginnt vor der eigenen Haustür. In Wilmersdorf Süd und Schmargendorf begleiten uns täglich Orte, die Gemeinschaft stiften: die kleine Bäckerei um die Ecke, der grüne Park für die Pause zwischendurch oder historische Plätze mit Charakter.

Hier stelle ich Ihnen einige prägende Orte unseres Wahlkreises vor. Sie stehen stellvertretend für die Vielfalt, die Geschichte und die lebendige Nachbarschaft, für die ich mich jeden Tag einsetze.


Rüdesheimer Platz

Der Rüdesheimer Platz im Berliner Ortsteil Wilmersdorf gilt als einer der idyllischsten und architektonisch wertvollsten Plätze der Hauptstadt. Er ist das Herzstück des sogenannten Rheingauviertels, einer Gartenstadt-Siedlung, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstand und bis heute durch ihr geschlossenes Ensemble im englischen Landhausstil besticht.


Angelegt wurde der Platz im Jahr 1905 durch den Stadtplaner Georg Haberland. Das Ziel war es, eine gehobene Wohngegend zu schaffen, die sich durch viel Grün und eine verspielte Architektur von den damals üblichen „Mietskasernen“ Berlins abhob. Die umliegenden Gebäude zeichnen sich durch aufwendige Fassaden, Erker und Vorgärten aus.

Im Zentrum der Anlage befindet sich eine tiefergelegene Gartenanlage, die 1911 vom Gartenarchitekten Richard Thieme gestaltet wurde. Ein markantes Wahrzeichen ist der Siegfriedbrunnen (auch Rheingau-Brunnen genannt). Die imposante Brunnenanlage mit ihren Skulpturen unterstreicht das Thema des Platzes: die Verbindung zur Weinregion Rheingau.

Rathaus Schmargendorf

Das Rathaus Schmargendorf zählt zu den eindrucksvollsten historischen Verwaltungsgebäuden Berlins. Errichtet wurde das repräsentative Bauwerk in den Jahren 1900 bis 1902 nach den Plänen des Architekten Otto Kerwien. In einer Zeit, in der die damalige Landgemeinde Schmargendorf durch dynamisches Wachstum und relativen Wohlstand geprägt war, sollte der Neubau das gestiegene Selbstbewusstsein der Bürger eindrucksvoll widerspiegeln.

Architektonisch besticht das Gebäude durch seinen prächtigen Stil der märkischen Backsteingotik, der von spätmittelalterlichen Vorbildern aus norddeutschen Städten wie Stendal und Tangermünde inspiriert ist. Die Fassade begeistert mit aufwendigen Verzierungen, Reliefs, Wappen sowie kunstvollen Giebeln. Ein besonderer Blickfang ist der rund 50 Meter hohe Turm, der das Ortsbild bis heute nachhaltig prägt. Auch im Inneren blieben wertvolle historische Details wie farbige Glasfenster, geschnitzte Holzelemente und dekorative Wandmalereien erhalten.

Mit der Eingemeindung nach Groß-Berlin im Jahr 1920 verlor das Rathaus zwar seine Funktion als eigenständiges Kommunalzentrum, blieb jedoch bis heute ein wichtiger Verwaltungsstandort. Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt unter anderem das bezirkliche Standesamt sowie die Heinrich-von-Kleist-Bibliothek. Insbesondere das Standesamt erfreut sich aufgrund der stilvollen Kulisse großer Beliebtheit für Trauungen. Das Rathaus Schmargendorf verbindet somit Geschichte mit einer modernen Nutzung.

Heidelberger Platz

Der Platz ist benannt nach der baden-württembergischen Stadt Heidelberg und wurde im Jahr 1892 als Schmuckplatz angelegt. Er bildet den nördlichen Abschluss des Rheingauviertels, in welchem zahlreiche Straße nach Städten der gleichnamigen Region benannt sind. Am nördlichen Ende des Platzes, der mit einer großen Grünfläche und einigen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt, liegt der nach dem Platz benannte Bahnhof. Hier kreuzen sich die Ringbahn mit ihren Linien S41, S42 und S46 sowie die U-Bahnlinie 3.

Der erste S-Bahnhof an dieser Stelle – damals noch unter der Bezeichnung Schmargendorf – wurde bereits am 15. Dezember 1883 eröffnet. In der Zeit von 1890 – 1892 erfolgte der Ausbau der Station mit Bau des heute noch erhaltenen Empfangsgebäudes. Nachdem der Verkehr der Ringbahn im Zuge des S-Bahnstreiks 1980 eingestellt wurde, dauerte es bis Ende 1993, bis wieder eine S-Bahn vom Heidelberger Platz fuhr. Die Station war bis dahin südöstlich unter die Mecklenburgische Straße verschoben worden, um einen Aufgang zur anderen Straßenseite sowie zum Bahnhof der U3 zu ermöglichen.

Dieser U-Bahnhof öffnete 1913 seine Pforten für den Zugverkehr. Die Stadt Wilmersdorf war als Bauherrin damals bestrebt, ihren Wohlstand zu betonen, weshalb sich jeder Wilmersdorfer Bahnhof grundsätzlich voneinander unterscheidet. Am Heidelberger Platz liegt die Trasse aufgrund der Unterquerung der Ringbahn fast doppelt so tief wie auf dem Rest der U-Bahnstrecke. Dies ermöglichte es dem Architekten Wilhelm Leitgebel, den U-Bahnhof im Stile einer Kathedrale zu entwerfen. Daher ist die Decke als Kreuzgratgewölbe angelegt, sodass die Leuchtkandelabern ihre Wirkung voll entfalten können. Die Deutsche Post widmete dem U-Bahnhof Heidelberger Platz zum 1. März 2022 eine eigene Briefmarke, dessen Entwurf von der Bonner Grafikerin Jennifer Dengler stammte.

Schlangenbader Tunnel

Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf gilt als ein imposantes und zugleich kontroverses Denkmal der West-Berliner Nachkriegsarchitektur. Entworfen in den 1970er-Jahren unter der Leitung des Architekten Georg Heinrichs, verkörpert das megastrukturelle Großprojekt die Vision der „autogerechten Stadt“. Um in der dicht bebauten Metropole Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die städtische Infrastruktur auszubauen, schuf man eine einzigartige Kombination aus Fernstraße und Wohnanlage.

Zwischen 1976 und 1980 entstand die rund 600 Meter lange Tunnelröhre der damaligen Autobahn A 104, über der ein mächtiger Gebäudekomplex mit mehr als 1.000 Wohnungen errichtet wurde. Die Konstruktion galt technisch als Pionierleistung: Spezielle Entkopplungen und Schalldämmungen sollten verhindern, dass der Lärm sowie die Vibrationen des darunter fließenden Autoverkehrs in die Wohnbereiche dringen. Über Jahrzehnte hinweg prägte der Bau das Stadtbild und bot bezahlbaren Wohnraum für Tausende Berliner.

Doch das kühne Experiment geriet über die Jahre an seine Grenzen. Steigende Sanierungskosten, veraltete Brandschutztechnik und gravierende Baumängel an der Tunnelinfrastruktur führten im April 2023 schließlich zur Schließung der Unterführung für den Autoverkehr. Was einst als zukunftsweisende Symbiose aus Mobilität und Verdichtung gefeiert wurde, steht heute beispielhaft für das Umdenken in der modernen Verkehrspolitik. Der Schlangenbader Tunnel bleibt ein prägendes Kapitel Berliner Stadtgeschichte.

Platz am Wilden Eber

Nein, dieser Platz ist nicht nach den vermeintlichen „Brandenburger Löwen“ benannt, welche im Sommer 2023 in der nahen Umgebung für viele Schlagzeilen sorgten. Vielmehr ist dieser Platz nach dem ehemaligen Ausflugslokal „Zum wilden Eber“ benannt, welches sich Ende des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle befand. Dieser Name beruht wiederum auf einer Anekdote aus dem Jahr 1895, als im Biergarten „Zur Waldschenke“ zum Schrecken der Gäste ein wilder Eber aufgetaucht und sein Unwesen getrieben haben soll.

Damals war diese Gegend noch sehr ländlich geprägt und ein beliebtes Ausflugsziel für die Hauptstädter, die am Wochenende „ins Grüne“ wollten. Heute erinnert eine markante Bronzeskulptur eines Ebers, geschaffen vom Bildhauer Paul Gruson in den 1920er Jahren, an diesen Namensgeber. Das Tier thront wehrhaft auf seinem Sockel und ist heute ein fester Treffpunkt für die Anwohner. Wie viele buntmetallene Plastiken, wurde auch das Original des Wilden Ebers während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzen. 1961 wurde schließlich ein Nachguss auf einem Waschbetonsockel aufgestellt.

Der Platz selbst ist sternenförmig angelegt, wobei die Heiligendammer Straße, Lentzeallee, Pacelliallee, Podbielskiallee,  Rheinbabenallee und die Warnemünder Straße hier zusammenlaufen. Direkt am Platz ist die Botschaft der Republik Kenia angesiedelt. In der näheren Umgebung finden sich viele beeindruckende Beispiele der Landhausarchitektur. Viele dieser Bauten entstanden um 1920 und spiegeln den Wohlstand des damaligen Bildungsbürgertums wider, welches sich hier niederließ. Wer dem Platz in südwestlicher Richtung über die Pücklerstraße folgt, ist schnell im Grunewald und dem am Grunewaldsee gelegenen Jagdschloss gelandet. Der Platz am Wilden Eber fungiert also durchaus als perfekter Übergang zwischen repräsentativem Wohnen und Erholsamkeit im Grünen.

Fehrbelliner Platz

Der Fehrbelliner Platz im Berliner Ortsteil Wilmersdorf ist ein geschichtsträchtiger Ort, der Architektur, Verwaltung und Stadtleben verbindet. Benannt nach der Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675, erhielt die Freifläche 1892 ihren Namen. Seine maßgebliche städtebauliche Entwicklung begann in den 1920er Jahren, als Berlin rasant wuchs und administrative Zentren außerhalb der historischen Mitte benötigte.

Einen prägenden Einschnitt markiert die Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1935 und 1943 wurde das Areal als repräsentatives Verwaltungszentrum im Sinne der NS-Monumentalarchitektur neu konzipiert. Es entstand ein hufeisenförmiges Ensemble wuchtiger Bauten mit strengen Steinverkleidungen, darunter Komplexe für die Deutsche Arbeitsfront sowie Versicherungsgesellschaften. Diese symmetrische Grundstruktur veranschaulicht den städtebaulichen Machtanspruch jener Epoche und steht heute als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Nach 1945 wandelte sich das Areal erneut. Der Platz blieb ein administratives Zentrum des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und gewann zugleich als Verkehrsknotenpunkt an Bedeutung. Ein markanter moderner Akzent entstand in den 1970er Jahren durch den Entwurf des Architekten Rainer G. Rümmler: Der U-Bahnhof der Linien U3 und U7 mit seinem knallroten Eingangspavillon setzt im Stil der Pop-Art einen gezielten farblichen Gegenpol zur monumentalen Altbebauung.

Heute dient der Platz weiterhin als Behördenstandort und gilt ebenso als sehr beliebter Treffpunkt.